Acht Bitburger sammeln wertvolle Turniererfahrung
Auch in diesem Jahr waren die Schachfreunde Bitburg beim Rheinland-Pfalz-Open, der rheinland-pfälzischen Schacheinzelmeisterschaft, in Neuwied wieder zahlreich vertreten. Das traditionsreiche Turnier findet jährlich über das Fronleichnamswochenende statt und zieht Schachbegeisterte aus ganz Deutschland und darüber hinaus an. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten sogar eigens aus Indien an, um an dem renommierten Turnier teilzunehmen.
Gespielt wurden sieben Runden im Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für die ersten 40 Züge (inklusive 30 Sekunden Zeitbonus pro Zug) sowie weiteren 30 Minuten für den Rest der Partie, ebenfalls mit 30 Sekunden Inkrement pro Zug. Insgesamt nahmen 287 Spielerinnen und Spieler teil – darunter acht Vertreter der Schachfreunde Bitburg.
Florian Pauls (4,5 Punkte)
Florian, U16-Rheinland-Pfalz-Meister, ging als Nummer 68 der Setzliste (Elo 1971) ins Turnier und belegte am Ende einen starken 40. Platz. Er musste lediglich eine Niederlage hinnehmen und erkämpfte sich zudem zwei Remis gegen Gegner mit einer Elo-Zahl von über 2100. Insgesamt kann er auf ein sehr erfolgreiches Turnier zurückblicken.
Jonas Fandel (4,5 Punkte)
Auch Jonas überzeugte mit einer starken Leistung und verbesserte sich gegenüber seinem Startranglistenplatz um rund 20 Positionen. Seine einzige Niederlage musste er gegen eine Großmeisterin der Frauen (WGM) hinnehmen, hielt die Partie jedoch lange offen und zeigte eine kämpferisch starke Vorstellung. Am Ende stand ein sehr guter 64. Platz im Gesamtklassement.
Florian Kappelmann (4 Punkte)
Florian blieb zwar etwas hinter seinen eigenen Erwartungen zurück, konnte jedoch vier seiner sieben Partien gewinnen. Besonders ärgerlich war eine Niederlage gegen einen nominell schwächeren Gegner. Dafür wartete bereits in der zweiten Runde mit dem einzigen Großmeister des Turniers, Alexander Bagrationi, eine besondere Herausforderung – ausgerechnet jener Spieler, der später auch das Turnier gewann. Für Florian bedeuteten die vier Punkte Platz 89 in der Endabrechnung.
Frederik Mies (3 Punkte)
Frederik spielte ebenfalls ein gelungenes Turnier und verbesserte sich um etwa 20 Plätze gegenüber seiner Setzlistenposition. Besonders hervorzuheben sind Remis gegen Gegner mit 1913 bzw. 1762 Elo sowie ein Sieg gegen einen Spieler mit 1694 Elo.
Sebastian Lang (2,5 Punkte)
Sebastian startete als Nummer 232 der Setzliste und war in sämtlichen Partien nominell Außenseiter. Dennoch gelang ihm in sechs gespielten Runden – am letzten Turniertag konnte er aus terminlichen Gründen nicht mehr teilnehmen – ein beachtliches Ergebnis. Neben einem Remis gegen einen Spieler mit 1914 Elo gelangen ihm Siege gegen Gegner mit 1725 und 1762 Elo.
Peter Teunissen (2,5 Punkte)
Für Peter war es das erste offene Schachturnier überhaupt. Nach seinen bisherigen Einsätzen in der Mannschaft sammelte er nun erstmals Erfahrungen auf nationaler Turnierebene. Aus vier gespielten Partien erzielte er 1,5 Punkte; hinzu kam ein kampfloser Punkt. Aufgrund einer eingelegten Pause wurde er in zwei Runden nicht ausgelost. Besonders erfreulich waren ein Sieg gegen einen Spieler mit 1716 Elo sowie ein Remis gegen einen Jugendspieler mit 1616 Elo. Für Peter war das Turnier eine wertvolle Erfahrung und ein wichtiger Schritt in seiner schachlichen Entwicklung.
Omar Alshall (2 Punkte)
Auch Omar nahm erstmals an einem Turnier dieser Größenordnung teil. Obwohl er in den meisten Partien als Außenseiter galt, sorgte er gleich in der ersten Runde mit einem Sieg gegen einen Gegner mit 1877 Elo für eine Überraschung. Zudem gelang ihm ein weiterer Erfolg gegen einen Spieler mit 1664 Elo. Insgesamt absolvierte Omar fünf der sieben Runden.
Rayan Aouraghe (2 Punkte)
Rayan gelangen in seinen sechs gespielten Runden zwei Siege gegen höher eingestufte Gegner (1716 und 1603 Elo). Damit übertraf er die Erwartungen und sammelte wichtige Erfahrungen in einem stark besetzten Teilnehmerfeld.
Großmeister Alexander Bagrationi gewann das Turnier, IM Lukas Winterberg vom Gastgeberverein und Bundesligist SC Heimbach-Weis/Neuwied e.V. wurde Vierter, was ihm auch 2026 den Titel „Rheinland-Pfalz-Meister“ einbringt, da die Top 3 allesamt nicht aus RLP kommen. Hier geht es zum Endstand nach sieben Runden.
Für alle acht Bitburger stand indes neben dem sportlichen Erfolg vor allem die Erfahrung im Vordergrund. Das RLP-Open bot zahlreiche spannende Partien gegen starke Gegner und viele wertvolle Erkenntnisse, die den Spielern auf ihrem weiteren schachlichen Weg zugutekommen werden. Die Schachfreunde Bitburg freuen sich bereits auf die nächste Teilnahme im kommenden Jahr.
